Der Herbert-Steiner-Preis – benannt nach dem Gründer der ITH und Mitbegründer des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) – wird 2009 zum sechsten Mal verliehen.
Der Preis wird vergeben für wissenschaftliche
Arbeiten in deutscher oder englischer Sprache, die noch nicht veröffentlicht
(gedruckt) sind, zu den Themen:
* Widerstand/Verfolgung/Exil in der Zeit
des Faschismus und Nationalsozialismus sowie der Umgang mit dieser Vergangenheit
nach 1945 und
* Geschichte der Arbeiterbewegung.
Der Preis soll in erster Linie die Überarbeitung wissenschaftlicher
Manuskripte für die Veröffentlichung ermöglichen. Die eingereichten
Arbeiten werden von einer internationalen Jury begutachtet. Vergeben werden
ein Herbert Steiner-Preis sowie Herbert Steiner-Anerkennungspreise (Gesamtausschüttung:
10.000 Euro).
Folgende Unterlagen sind bis 31. Mai
2009 per E-Mail an herbert.steiner.preis@doew.at
zu übermitteln:
– Lebenslauf und ggf. Publikationsliste.
– Beurteilbares wissenschaftliches Manuskript (auch Diplomarbeiten
oder Dissertationen) zu den oben genannten Themen. (Zwei Ausdrucke der Arbeit
sind per Post an Christine Schindler, c/o DÖW, Wipplingerstr. 6-8,
A-1010 Wien, zu senden.)
– Abstract der Arbeit
Jury:
Univ.-Doz. Dr. Brigitte Bailer (wissenschaftliche
Leiterin des DÖW )
Univ.-Prof. Dr. Ingrid Bauer (Universität
Salzburg)
Univ.-Prof. Dr. Gabriella Hauch (Institut für
Frauen- und Geschlechterforschung, Universität Linz)
Dr. Peter Huemer (Historiker und Publizist,
Wien)
Univ.-Prof. Dr. Helmut Konrad (Institut für
Geschichte, Universität Graz)
Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka (Central European
University, Budapest)
Univ.-Prof. Dr. Peter Steinbach (Institut für
Geschichte, Universität Karlsruhe)
Bisherige PreisträgerInnen
2008
John Evers: Internationale Gewerkschaftsarbeit
im multinationalen Staat der Habsburgermonarchie. Ein Beitrag zur europäischen
Gewerkschaftsgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung
der Reichsgewerkschaftskommission und ihrer deutsch-tschechischen Arbeit
vor 1914.
Elissa Mailänder Koslov: Gewalt im
Dienstalltag: Die SS-Aufseherinnen des Konzentrations- und Vernichtungslagers
Majdanek (1942-1944).
Claudia Andrea Spring: Die Gauleiter fordern
das Gesetz dringend! Zwangssterilisationen in Wien 1940-1945.
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Ruzica Grgic: Jasenovac contra Bleiburg.
Der Zweite Weltkrieg im kroatischen Geschichtsbewusstsein.
Peter Stadlbauer: Eichmanns Chef: Erich
Ehrlinger. Exzellente SS-Karriere und unterbliebene strafrechtliche Sühne.
Eine Fallstudie.
2007
Herwig Czech: Ärzte am Volkskörper.
Die Wiener Medizin und der Nationalsozialismus.
Matthias Marschik: Sportdiktatur. Bewegungskulturen
im nationalsozialistischen Österreich.
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Klaus Kienesberger: Der Österreich-Diskurs
in der DDR von 1970 bis 1980. Eine kommunikationsgeschichtliche Annäherung
anhand des Diskursbeitrags Sepp Plieseis.
Martin Niklas: Österreichische Jüdinnen
und Juden in Theresienstadt.
2006
Heimo Halbrainer:"Der groesste Lump
im ganzen Land". Denunziation in der Steiermark 1938-1945 und die Aufarbeitung
dieses NS-Verbrechens in der Zweiten Republik.
Christian Kloesch: "und was sich uns
entgegenstellt, das wird gestürzt und wird gefällt". Der
nationalsozialistische Juliputsch von 1934 im Kärntner Lavanttal und
die Lebensgeschichten der Putschisten.
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Stephanie Braukmann: Antisemitismus,
Judenfeindlichkeit und Haltung zur jüdischen Frage in den Diskursen
der proletarisch-sozialistischen Frauenbewegung 1890-1914.
Petra Domesle: Österreicherinnen
in Exil und Widerstand in Frankreich. Beitrag zum Widerstand und Problematik
der Rückkehr. Status in Wissenschaft und Gesellschaft.
2005
Barbara Nicole Wiesinger: ›... denn
die Freiheit kommt nicht von alleine‹. Frauen im jugoslawischen ›Volksbefreiungskrieg‹
1941–1945.
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Ralph Gabriel: Sanitätshygienische
und medizinische Ambitionen als Bauaufgabe. Morphologie und Topographie
des Krankenreviers im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen.
Christiane Rothländer: Karl Motesiczky
(1904–1943).
Wolfgang Stadler: ›... juristisch
bin ich nicht zu fassen‹. Die Verfahren des Volksgerichts Wien gegen
Richter und Staatsanwälte 1945–1955.
2004
Monika Neuhofer: "Ecrire un seul livre,
sans cesse renouvelé". Jorge Sempruns literarische Auseinandersetzung
mit Buchenwald.
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Elisabeth Kübler: Antisemitismusbekämpfung
als gesamteuropäische Herausforderung. Eine vergleichende Analyse der
Maßnahmen der OSZE und der EUMC.
Claudia Kuretsidis-Haider: Verbrechen an
ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern vor Gericht. Die Engerau-Prozesse
vor dem Hintergrund der justiziellen "Vergangenheitsbewältigung"
in Österreich (1945–1955).