Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Linzer Konferenzen
der 1970er bis 1990er Jahre war der Anblick vertraut: Bei ihrer Ankunft
im "Jägermayrhof" fiel ihr Blick zunächst auf den langen
Tisch des Tagungssekretariats, das von Johanna Lendwich geleitet wurde.
Mit am Tisch saß Herbert Exenberger, von dem die VertreterInnen der
Mitgliedsinstitute ein Exemplar des Tagungsbandes des Vorjahres für
ihre Institutsbibliothek erhielten.
Herbert Exenberger war selbst Bibliothekar. Als gelernter Elektromechaniker
hatte er im zweiten Bildungsweg die Matura (Abitur) und anschließend
eine Ausbildung als Bibliothekar absolviert. 1970 wurde er Bibliothekar
des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes (DÖW)
und baute die anfangs noch kleine Bibliothek zu einer wichtigen Stelle für
die zeitgeschichtliche Forschung in Österreich aus. Die Sammlung illegaler
Flugblätter und Periodika 1933-1945 und die Exilsammlung mit Unikaten
von Publikationen des österreichischen antifaschistischen Exils gehen
auf seine Initiative zurück.
Herbert Exenberger war Verfasser und Mitherausgeber zahlreicher Publikationen,
darunter zum Schicksal von Wiener Juden in der NS-Zeit. Er starb am 8. Oktober
2009 im Alter von 66 Jahren.
Winfried Garscha