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Zum Tod von Herbert Exenberger (1943-2009)

Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Linzer Konferenzen der 1970er bis 1990er Jahre war der Anblick vertraut: Bei ihrer Ankunft im "Jägermayrhof" fiel ihr Blick zunächst auf den langen Tisch des Tagungssekretariats, das von Johanna Lendwich geleitet wurde. Mit am Tisch saß Herbert Exenberger, von dem die VertreterInnen der Mitgliedsinstitute ein Exemplar des Tagungsbandes des Vorjahres für ihre Institutsbibliothek erhielten.

Herbert Exenberger war selbst Bibliothekar. Als gelernter Elektromechaniker hatte er im zweiten Bildungsweg die Matura (Abitur) und anschließend eine Ausbildung als Bibliothekar absolviert. 1970 wurde er Bibliothekar des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes (DÖW) und baute die anfangs noch kleine Bibliothek zu einer wichtigen Stelle für die zeitgeschichtliche Forschung in Österreich aus. Die Sammlung illegaler Flugblätter und Periodika 1933-1945 und die Exilsammlung mit Unikaten von Publikationen des österreichischen antifaschistischen Exils gehen auf seine Initiative zurück.

Herbert Exenberger war Verfasser und Mitherausgeber zahlreicher Publikationen, darunter zum Schicksal von Wiener Juden in der NS-Zeit. Er starb am 8. Oktober 2009 im Alter von 66 Jahren.

Winfried Garscha