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"Labour Biographies and Prosopography"


Abstracts
(The abstracts are reproduced in that language the papers will be given during the conference)

 
»»Claude Pennetier
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Feliks Tych
»»Klaus Tenfelde
»»Jürgen Mittag
»»Horacio Tarcus
»»Patricia Toucas-Truyen
»»Claudie Weill
»»Michael Buckmiller
»»Klaus Meschkat
»»José Gotovitch
»»Kevin Morgan
»»Hermann Weber
»»Bernard Pudal
»»Ottokar Luban



Claude Pennetier
CNRS, Paris
L'expérience du Dictionnaire Biographique du Mouvement Ouvrier Français. Les problèmes de la prosopographie en histoire ouvrière et sociale
La biographie collective occupe une place particulière en France en raison de l¹existence précoce d¹une série de dictionnaires biographiques, à l¹initiative de Jean Maitron (1910-1987). Ce sont au total 57 volumes qui verront le jour entre 1962 et 2004 dont 44 volumes français, trois volumes thématiques et 10 volumes internationaux. Cette production de grande ampleur a précédé et accompagné le tournant biographique des dernières décennies du Xxe siècle, en offrant, un large champ de réflexion sur les formes et niveaux de l¹engagement militant et en inspirant un programme de recherche sur la prosopographie des militants. Au Dictionnaire biographique du mouvement ouvrier français, qui a couvert la période 1789-1939 avec plus de 100 000 notices, succède le Dictionnaire biographique, mouvement ouvrier, mouvement social, 1940-1968 qui paraîtra sur une douzaine de volumes entre fin 2005 et 2012.
La sociobiographie historique aura bénéficié de l¹apport de ces chantiers biographiques comme elle les aura transformés. Sans cesser d¹être des sources documentaires, les biographies sont aussi des matières premières pour des réflexions qui s¹inscrivent dans le renouvellement des problématiques en histoire sociale.


Feliks Tych
Jüdisches Historisches Institut Warschau
Erfahrungen mit dem biographischen Handbuch der polnischen Arbeiterbewegung
Das Referat ist der Geschichte einer lexikalischen Initiative gewidmet, die in den frühen 1960er Jahren, begleitet von politischen Stürmen, ihren Anfang nahm und deren Ergebnis sich bislang wie folgt darstellt: Zwei Bände, die vor 1989 herausgegeben wurden, ein Band, der in den 1990er Jahren erschien, und der abgeschlossene vierte Band, der noch dieses Jahr oder in der ersten Hälfte des Jahres 2006 in Druck gehen soll.
Die vier Bände umfassen die Buchstaben von A bis N. Der Gesamtumfang ist auf sechs oder sieben Bände berechnet. Ein gebrauchsfertiges Nebenprodukt ist eine der Forschung bereits zugängliche annotierte Kartei (mit Links zu archivalischen Quellen, zu Presse- und anderen Veröffentlichungen), die Auskunft über mehr als 120.000 Personen gibt, über Aktivisten und Führer der polnischen Arbeiterbewegung aller Richtungen von ihren (sozialistischen) Anfängen bis zur Solidarność einschließlich.
Es war die einzige derartig umfangreiche Publikation zu diesem Themenbereich im gesamten damaligen Ostblock – und daran hat sich bis heute nichts geändert.
Im Referat werden Quellen-, Methoden- und politisch-historische Probleme analysiert, die sowohl bei diesem konkreten lexikografischen Forschungsunternehmen als auch allgemein bei prosopographischen Initiativen auftauchen.


Klaus Tenfelde
Ruhr-Universität Bochum
Generationen in der deutschen Sozialdemokratie
Generationsbildung lässt sich, mit Blick auf die Arbeiterbewegungen, als eine solche in den Arbeiterschaften generell, unter den Anhängern der Gewerkschaften und der Sozialdemokratie (aber auch der nichtsozialistischen Arbeiterbewegungen), in deren Mitgliedschaften und schließlich in deren Führungsgruppen untersuchen. Auf diesen vier Ebenen sind dabei durchaus unterschiedliche, das heißt, zeitlich verschieden disponierte oder unterschiedlich prägende, Prozesse zu erwarten.
Im Allgemeinen haben unterschiedliche Generationsprägungen in der deutschen sozialistischen Arbeiterbewegung bis 1933 keine durchschlagend politischen Wirkungen gezeitigt. Obwohl ein Aufbruch der Gewerkschafts- und Parteijugend vor 1914 zu konstatieren ist, zeichnete sich ein Generationenkonflikt erst mit den "Jugenddebatten" in den Gewerkschaften und vor allem in der Sozialdemokratie gegen Ende der Weimarer Republik ab. Stellt man die Mitgliedschaften und das Führungspersonal in den Vordergrund, dann lässt sich das Sozialistengesetz (1878-1890) als eine entscheidend prägende Generationserfahrung bezeichnen, die wesentlich das frühere Aufbrechen von
Generationskonflikten verhindert haben dürfte. An sich mögliche Unterscheidungen wie diejenige einer ersten und zweiten Pioniergeneration sowie der Parteiführungsgeneration seit der Wende zum 20. Jahrhundert treten hinter dieser generell prägenden Erfahrung zurück: Auch die Führungsgeneration der Weimarer Jahre verfügte noch über sozialistengesetzliche Erinnerungen. Im Ganzen bleibt zu berücksichtigen, dass soziale Bewegungen generell und die Arbeiterbewegungen in ihren Gründungsjahrzehnten (1860er/1870er Jahre, 1890-1914) "jugendliche" Bewegungen schon deshalb geblieben sind, weil sich die Zuströme an Mitgliedern auf die Altersgruppen der Zwanzig- bis Fünfunddreißigjährigen konzentrierten.
Für die Nachkriegszeit lässt sich im Ganzen ein Prozess der schrittweisen Normalisierung" der Prozesse der Generationsbildung und der damit zusammenhängenden Elitenbildung konstatieren. Die 1960er Jahre bezeichnen darin eine einschneidende Zäsur: Sowohl für Exilanten als auch für diejenigen, die im Reich verblieben waren, haben die Diktatur- und Kriegserfahrungen generationelle Konfliktlagen überwuchert; erst nach "Godesberg" (1959) zeichnete sich, zumal mit den Mitgliederströmen seit 1968, ein eindeutiger identifizierbares Generationenbild ab.

Jürgen Mittag
Ruhr-Universität Bochum
Kollektivbiographische Forschung in der Geschichtswissenschaft: Das Beispiel der sozialdemokratischen Land- und Reichstagsabgeordneten
Als vergleichsweise junger methodischer Ansatz der Geschichtswissenschaft stößt die kollektive Biographik seit Beginn der 1970er Jahre auf wachsendes Interesse. Insbesondere von der Historischen Sozialforschung aufgegriffen und weiterentwickelt, bildete dieser Zweig biographischer Analyse einen interdisziplinären Schnittpunkt von Geschichtswissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft und Psychologie. Im Zentrum kollektivbiographischer Arbeit steht die vergleichende Analyse der Lebensläufe eines historischen Personenkollektivs. Hierbei eröffnet die Nutzung von computergestützten
Datenbanken und der Einsatz statistischer Verfahren die Verarbeitung umfangreicher Massendaten.
Erkenntnisziel kollektivbiographischer Untersuchungen ist es, einerseits eine Systematik zu erarbeiten, die das Allgemeine und Typische innerhalb der Gesamtheit hervorhebt, andererseits aber auch das Individuelle oder Untypische der Lebensläufe herauszustellen. Das Spannungsverhältnis, das sich aus der Dichotomie von ‘Struktur’ und ‘Individualität’ ergibt, verkörpert die Chancen dieses Ansatzes, der die umfassenden gesellschaftlichen Strukturen hinter den ‘großen’ Einzelpersönlichkeiten sichtbar machen kann, ohne die Bedeutung individueller Faktoren zu verdecken. Anwendung findet die kollektive Biographik vor allem bei der Erforschung politischer Führungsgruppen aus dem 19. und 20. Jahrhundert.
Als Resultat eines der bisher umfangreichsten und methodisch elaboriertesten Projekte ist 1995 das von Wilhelm Heinz Schröder herausgegebene Handbuch mit den Lebensläufen von insgesamt 2.427 sozialdemokratischen Landtagsparlamentariern und Reichstagsabgeordneten aus dem deutschen Kaiserreich und der Weimarer Republik erschienenen. Das Konferenzpapier skizziert die wichtigsten inhaltlichen Erträge dieses Projekts und untersucht, aus welchen sozialen Gruppen die Sozialdemokratie ihr Führungspersonal rekrutierte, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede die Lebensläufe der Abgeordneten durchziehen und welchen Anteil die so genannten ‘Arbeiterbeamten’ unter den sozialdemokratischen Parlamentariern ausmachen. In diesem Zusammenhang wird erörtert, welchen Beitrag kollektivbiographische Ansätze zu so kontrovers diskutierten Thesen wie die der ‘Bürokratisierung’ der hauptamtlich besoldeten Arbeiterbeamten innerhalb der SPD oder jene der negativen Integration der Sozialdemokratie leisten.
Eine zusammenfassende Betrachtung beleuchtet abschließend die Möglichkeiten und Grenzen der kollektiven Biographik als historische Methode zur Erforschung der Arbeiterbewegung
.


Horacio Tarcus
Universidad de Buenos Aires – CeDInCI
Pour un dictionnaire biographique de la gauche argentine
Dans cette communication je voudrais présenter les fondements et la methodologie avec laquelle j’ai élaboré le Dictionnaire biographique de la gauche argentine, à paraître en 2006. Ce dictionnaire se distinguera des dictionnaires existentes en Amerique Latine qui ne sont que des galeries d’hommes illustres. Il est un dictionnaire des hommes et femmes qui ont animé les luttes sociales, politiques, educatives et culturelles en Argentine. L'information sur ces personnes, dispersée dans des milliers de journaux, révues, livres et
brochures, de photographies, films et enregistrements, restait encore à être organisée de manière systématique. Il me semblait que ces vies meritaient un dictionnaire "total" à la façon du "Dictionnaire Maitron". Ce projet, plus modeste, réunit 500 biographies, de la période de formation du mouvement ouvrier et socialiste dans les années 1870 jusqu'à la génération des années ’60 et ’70 du XXe siécle
.


Patricia Toucas-Truyen
Université Paris I
Itinéraires biographiques de militants du mouvement coopératif en France
Cette communication s’inspire de l’expérience d’un travail biographique réalisé dans le cadre d’un ouvrage publié aux Editions de l’Atelier « Les coopérateurs, deux siècles de pratiques coopératives ». L’ouvrage réunit 230 biographies de militants coopérateurs français, appartenant à toutes les branches coopératives (coopération de consommation, coopération ouvrière de production, coopération agricole, coopération bancaire, coopération commerciale, coopération scolaire, coopération de transport, coopération artisanale, coopération maritime…).
Le choix des biographies antérieures à 1945 a été aisé, la postérité du personnage faisant loi. Nombre de ces coopérateurs figurent d’ailleurs dans le "Maitron". La communication s’attachera à comparer les itinéraires, sous les angles variés de l’origine géographique, sociale et familiale, ou bien de l’adhésion à l’idéal coopératiste (en relation, ou non, avec un engagement politique ou syndical). Concernant les biographies de contemporains, les arbitrages ont été d’autant plus délicats, qu’il s’agissait d’un travail de commande. Il a fallu composer avec les propositions des organisations, non exemptes de partialité, la rivalité entre ces mêmes organisations pour obtenir la plus large représentation, le recueil plus ou moins fructueux de témoignages, la collaboration plus ou moins enthousiaste des intéressés. Au-delà du constat d’une certaine professionnalisation de l’engagement coopératif, je ne peux faire l’économie d’une réflexion sur l’enjeu, en terme d’image, que semble représenter pour le mouvement
la présentation de ces biographies.


Claudie Weill

EHESS, Paris
Biographies de militants socialistes juifs de Russie
L'étude des socialistes juifs de l'empire russe est grevée par des a priori dont il s'agit des tester la validité. D'abord par le fait que l'antisémitisme est une catégorie centrale autour de laquelle s'articulent les interrogations. Ensuite parce que l'anathème de judéo-bolchevisme continue à faire du communisme soviétique une importation étrangère á la société russe. Mettre en oeuvre la méthode prosopographique à partir des ego-documents émanant des socialistes juifs – sociaux-démocrates ou socialistes révolutionnaires – qui ont choisi d'adhérer à des partis russes permet d'opérer de l'intérieur, d'analyser la perception subjective que les militants avaient de leur judéité, de faire la part des contraintes auxquelles ils étaient soumis. Ces ego-documents permettent de débusquer l'assignation identitaire et les négociations entamées par les militants pour accéder à cette composante de la société impériale qu'est le mouvement révolutionnaire. Les adhérents aux partis socialistes juifs pour qui l'émancipation nationale juive fait d'emblée partie intégrante du processus d'engagement n'ont pas été retenus dans cette étude précisément parce que leur parcours témoigne d'un rapport immédiat à la judéité. Outre les facteurs de visibilité dont se réclame l'assignation identitaire tels que l'onomastique ou le phénotype, trois éléments ont été mis en oeuvre pour mesurer la perception de la judéité: le rapport à la religion, à la langue et à la nation. Les
éventuelles lignes de clivage traversent les appartenances de parti en même temps qu'elles les déterminent jusqu'à un certain point, comme c'est le cas pour d'autres nationalités de l'empire russe.


Michael Buckmiller
Universität Hannover
Biographien von Komintern-Mitarbeitern
Seit Öffnung des Komintern-Archivs in Moskau ist zum erstenmal eine systematische Erfassung und wissenschaftliche Verarbeitung auch der biographischen Daten des Personals wesentlicher Teile der kommunistischen Weltorganisation möglich geworden. Dank der Förderung der Volkswagenstiftung und der Kooperation mit dem Moskauer Komintern-Archiv im RGASPI konnte mit einer umfangreichen Erhebung der Daten begonnen werden. Welche neuen Erkenntnisse lassen sich aus diesem Material
gewinnen? Kann inzwischen mit einer quellengestützten "Kollektiv-Biographie" aus den Tausenden von Lebensläufen der Aktivisten begonnen werden? Welcher "Logik" unterliegen die Wandlungsprozesse der Apparate, der jeweiligen Gruppenidentitäten? Wie lassen sich Ursachen und Folgen des inszenierten Massenterrors aus den biographischen Schicksalen der Täter und Opfer analysieren? Nach Abschluß des Projekts sollen die neueren Ansätze der Biographieforschung erörtert und der Frage nachgegangen werden, welchen Beitrag sie zu einem vertieften Verständnis von Profil und Funktionsweise der Komintern leisten können.


Klaus Meschkat
Universität Hannover
Das biographische Handbuch lateinamerikanischer Komintern-Mitarbeiter
Als Teilergebnis des russisch-deutschen Forschungsprojekts zur Erstellung eines biographischen Handbuchs der Komintern ist im vergangenen Jahr ein biographisches Wörterbuch Die Kommunistischen Internationale und Lateinamerika 1919 bis 1943 erschienen. Es fußt auf einer vorgängigen Publikation in russischer Sprache von Lazar J. Heifets, die Vervollständigung der biographischen Angaben und die Übersetzung erfolgte jedoch im Rahmen des durch die Volkswagenstiftung geförderten Projekts.
Damit liegen nun wesentliche biographische Daten der mit der Komintern verbundenen lateinamerikanischen Revolutionäre auch in Buchform vor. Das Wirken der Komintern in Lateinamerika kann mit diesem Material neu beleuchtet werden. Quantitative Untersuchungen, deren Problematik und Reichweite erörtert werden soll, können sich bald auf die EDV-gestützten Dateien des Gesamtprojekts stützen. Darüber hinaus ist nun aber auch eine intensivere Beschäftigung mit einzelnen Aktivisten möglich, über deren Komintern-Karriere genauere Angaben vorliegen. Dies soll exemplarisch am Schicksal kolumbianischer Revolutionäre dargestellt werden, die ab 1927 mehrere Jahre in Moskau
verbracht haben. Wie hat sich ihre Denkweise und ihr Verhalten durch die Berührung mit stalinistischen Praktiken und die Aufnahme der stalinistischen Ideologie verändert?

José Gotovitch
Université Libre de Bruxelles
Les cominterniens de langue française. Problèmes méthodologiques
posés par le Dictionnaire biographique de l'Internationale communiste

Le dictionnaire des pays de langue française ne correspond pas à son intitulé: trois des quatre pays concernés (Belgique, Luxembourg, Suisse) utilisent également une autre langue et institutionnellement ils ont été rattachés à des instances kominterniennes différentes. L’unité problématique tient cependant dans le fait que les partis concernés ont agi dans un contexte politique démocratique, donc dans la légalité.
Malgré cela les parcours de ces révolutionnaires croisent la prison, l’affrontement de rue, mais aussi la bataille parlementaire. Malgré les politiques de l’IC , en particulier, l’isolement de la "Troisième période", les militants de ces partis ont été dans l’obligation d’opérer des compromis, voire des alliances avec ceux qu’ils vilipendaient la veille, sans jamais dévier de la fidélité absolue à l’IC c’est à dire à l’URSS.
Schizophrénie des individus ou réserves bigarrées de militants de cultures diverses offrant à chaque tournant les militants adéquats? Un ou plusieurs modèles de "kominterniens" - malgré le moule des Ecoles léninistes sensées forger le communiste unique? Dans le kaléidoscope de ces quatre pays de démocratie bourgeoise, l’éventail offre un objet d’étude passionnant. D’abord, la formation même de ces militants, leur capital social et culturel déterminent-t-ils des parcours spécifiques? Leur proximité ou non
avec la social démocratie détermine-t-elle un comportement spécifique? Quelle est d’ailleurs la proportion de ces cadres issus des école? Inversément, les élèves sont ils tous devenus cadres? Y a-t-il d’autres chemins plus prégnants que les voies claires de la formation marxiste léniniste? Dans ces pays de forte imprégnation religieuse, le rapport à la religion est il présent dans la formation, dans le rapport au parti ?
On le voit, ce dictionnaire spécifique impose un questionnement très typé, auquel pourraient d’ailleurs se rattacher d’autres partis, notamment néerlandais ou, sous réserve d’une identité propre, scandinaves.
Notre approche n’a donc pas pu être purement statistique. Il ouvre clairement le débat sur l’impossible paradigme kominternien
.


Kevin Morgan
University of Manchester
The Communist Party Biographical Project
The Communist Party of Great Britain (CPGB) was already recognised within the Comintern as possessing certain distinctive social and political characteristics. On the one hand, its levels of recruitment were poor and even derisory by the standards of many other European communist parties. On the other hand, its members enjoyed an unusual degree of acceptance and/or influence within the relatively ecumenical structures of the British left. For this reason the CPGB provides an interesting case with which to test traditional notions of the communist party as a "party of absolute integration" (Neumann).
More specifically, in the CPGB biographical project at the University of Manchester a wide range of oral and documentary sources were used to explore the significance of transitions and trajectories in the political life history, and the diverse roles and contexts in which communists were involved. Drawing on Max Gluckman’s concept of multiplexity, we show how in practice a party like the CPGB had rather limited success in creating the sort of multiplex counter-community in which ties of kinship, neighbourhood, work and religious or political association tended to reinforce each other. Instead, the study of communist activism reveals a complex interaction with its wider political culture and thus provides an insight into broader issues of radicalisation and the transmission of political values.


Hermann Weber
Universität Mannheim
Biographien deutscher Kommunisten
Seit 2004 liegt ein biographisches Nachschlagewerk vor (Hermann Weber/Andreas Herbst: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918-1945), das die Lebensläufe des Führungskorps des deutschen Kommunismus beschreibt. Die 1400 KPD-Spitzenfunktionäre waren mehrheitlich junge, frühere Arbeiter, aber auch Angestellte, Intellektuelle oder Künstler (darunter 129 Frauen). Weit über 400, also fast jeder Dritte, verloren auf gewaltsame Weise ihr Leben, 222 wurden in der barbarischen Hitler-Diktatur ermordet, 178 sind in Stalins Schreckensregime umgekommen. Die Biographien widerspiegeln die Wandlung des deutschen Kommunismus, die wachsende Abhängigkeit von Moskau, den Verlust von Autonomie und innerparteilicher Demokratie noch drastischer als die Strukturen. Der ständige Austausch des Führungspersonals belegt die Wandlung des deutschen Kommunismus von einem radikalen Teil der Emanzipationsbewegung deutscher Arbeiter zu einer Organisation, die sich politisch und personell der Komintern und der KPdSU Stalins unterordnete.


Bernard Pudal
Université Paris X Nanterre
Les biographies de militants communistes français
Le répertoire du biographique prospecté dans nos études sur les militants communistes français (les biographies collectives comme préalable à l’analyse des trajectoires biographiques singulières, le référentiel biographique stalinien comme cadre cognitif et "théorie politique" du capital politique communiste, les biographies édifiantes, fictionnelles ou non, l’anthropomorphisation des collectifs et les procédures d’identification qu’elle suscite, les autobiographies d’institution et les ego-documents) s’inscrit dans l’étude du communisme comme "biocratie". Ce caractère biocratique du communisme, outre qu’il explique la richesse des archives biographiques, peut être pensé par analogie avec les systèmes politiques qui réservent à une noblesse privilèges et positions éminentes. A condition de prendre la mesure néanmoins de ce qui les différencie, en particulier l’interdit symbolique qui porte sur la lignée. Les biographies des militants communistes français, qu’elles soient individuelles ou collectives, sont prises dans ce monde biocratique et
ses contradictions.

Ottokar Luban
Berlin
Führung und Helferkreis der Spartakusgruppe (1915-1918): Probleme bei der Erforschung der Biographien
Der Kreis um Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht – Gruppe Internationale bzw. ab 1916
Spartakusgruppe genannt – hatte als gezwungenermaßen weitgehend illegal arbeitende informelle Gruppierung in der deutschen Sozialdemokratie keine gewählte Führung und keine eigene formale Mitgliedschaft. Aus dieser Sachlage ergeben sich bei der Erfassung der biographischen Daten eine Reihe von Problemen:
- Wer ist dem Führungskreis zuzurechnen?
- Wer kann als Helfer, wer kann als passiver Anhänger der Spartakusgruppe gerechnet werden? Sind die entsprechenden Angaben in Polizeiakten zuverlässig?
- Welche biographischen Daten sind relevant? Geburtsdatum, Beruf, Familienstand, Dauer der Parteizugehörigkeit, bisherige Parteifunktionen, Gewerkschaftszugehörigkeit und -funktion.
- In welchen archivalischen Quellen sind die meisten Angaben über Spartakus-"Mitglieder" und ihre biographischen Daten zu finden?
Vom Verfasser ist eine erste Auswertung der vorhandenen biographischen Daten zum Helferkreis der Spartakusgruppe in Berlin (aber noch nicht im Reich) vorgenommen worden.