Claude Pennetier
CNRS, Paris
L'expérience du Dictionnaire Biographique
du Mouvement Ouvrier Français. Les problèmes de la prosopographie
en histoire ouvrière et sociale
La biographie collective occupe une place particulière
en France en raison de l¹existence précoce d¹une série
de dictionnaires biographiques, à l¹initiative de Jean Maitron
(1910-1987). Ce sont au total 57 volumes qui verront le jour entre 1962
et 2004 dont 44 volumes français, trois volumes thématiques
et 10 volumes internationaux. Cette production de grande ampleur a précédé
et accompagné le tournant biographique des dernières décennies
du Xxe siècle, en offrant, un large champ de réflexion sur
les formes et niveaux de l¹engagement militant et en inspirant un
programme de recherche sur la prosopographie des militants. Au Dictionnaire
biographique du mouvement ouvrier français, qui a couvert la période
1789-1939 avec plus de 100 000 notices, succède le Dictionnaire
biographique, mouvement ouvrier, mouvement social, 1940-1968 qui paraîtra
sur une douzaine de volumes entre fin 2005 et 2012.
La sociobiographie historique aura bénéficié de l¹apport
de ces chantiers biographiques comme elle les aura transformés.
Sans cesser d¹être des sources documentaires, les biographies
sont aussi des matières premières pour des réflexions
qui s¹inscrivent dans le renouvellement des problématiques
en histoire sociale.
Feliks Tych
Jüdisches Historisches Institut Warschau
Erfahrungen mit dem biographischen Handbuch
der polnischen Arbeiterbewegung
Das Referat ist der Geschichte einer lexikalischen Initiative gewidmet,
die in den frühen 1960er Jahren, begleitet von politischen Stürmen,
ihren Anfang nahm und deren Ergebnis sich bislang wie folgt darstellt:
Zwei Bände, die vor 1989 herausgegeben wurden, ein Band, der in den
1990er Jahren erschien, und der abgeschlossene vierte Band, der noch dieses
Jahr oder in der ersten Hälfte des Jahres 2006 in Druck gehen soll.
Die vier Bände umfassen die Buchstaben von A bis N. Der Gesamtumfang
ist auf sechs oder sieben Bände berechnet. Ein gebrauchsfertiges
Nebenprodukt ist eine der Forschung bereits zugängliche annotierte
Kartei (mit Links zu archivalischen Quellen, zu Presse- und anderen Veröffentlichungen),
die Auskunft über mehr als 120.000 Personen gibt, über Aktivisten
und Führer der polnischen Arbeiterbewegung aller Richtungen von ihren
(sozialistischen) Anfängen bis zur Solidarność einschließlich.
Es war die einzige derartig umfangreiche Publikation zu diesem Themenbereich
im gesamten damaligen Ostblock – und daran hat sich bis heute nichts
geändert.
Im Referat werden Quellen-, Methoden- und politisch-historische Probleme
analysiert, die sowohl bei diesem konkreten lexikografischen Forschungsunternehmen
als auch allgemein bei prosopographischen Initiativen auftauchen.
Klaus Tenfelde
Ruhr-Universität Bochum
Generationen in der deutschen Sozialdemokratie
Generationsbildung lässt sich, mit Blick
auf die Arbeiterbewegungen, als eine solche in den Arbeiterschaften generell,
unter den Anhängern der Gewerkschaften und der Sozialdemokratie (aber
auch der nichtsozialistischen Arbeiterbewegungen), in deren Mitgliedschaften
und schließlich in deren Führungsgruppen untersuchen. Auf diesen
vier Ebenen sind dabei durchaus unterschiedliche, das heißt, zeitlich
verschieden disponierte oder unterschiedlich prägende, Prozesse zu
erwarten.
Im Allgemeinen haben unterschiedliche Generationsprägungen in der
deutschen sozialistischen Arbeiterbewegung bis 1933 keine durchschlagend
politischen Wirkungen gezeitigt. Obwohl ein Aufbruch der Gewerkschafts-
und Parteijugend vor 1914 zu konstatieren ist, zeichnete sich ein Generationenkonflikt
erst mit den "Jugenddebatten" in den Gewerkschaften und vor
allem in der Sozialdemokratie gegen Ende der Weimarer Republik ab. Stellt
man die Mitgliedschaften und das Führungspersonal in den Vordergrund,
dann lässt sich das Sozialistengesetz (1878-1890) als eine entscheidend
prägende Generationserfahrung bezeichnen, die wesentlich das frühere
Aufbrechen von
Generationskonflikten verhindert haben dürfte. An sich mögliche
Unterscheidungen wie diejenige einer ersten und zweiten Pioniergeneration
sowie der Parteiführungsgeneration seit der Wende zum 20. Jahrhundert
treten hinter dieser generell prägenden Erfahrung zurück: Auch
die Führungsgeneration der Weimarer Jahre verfügte noch über
sozialistengesetzliche Erinnerungen. Im Ganzen bleibt zu berücksichtigen,
dass soziale Bewegungen generell und die Arbeiterbewegungen in ihren Gründungsjahrzehnten
(1860er/1870er Jahre, 1890-1914) "jugendliche" Bewegungen schon
deshalb geblieben sind, weil sich die Zuströme an Mitgliedern auf
die Altersgruppen der Zwanzig- bis Fünfunddreißigjährigen
konzentrierten.
Für die Nachkriegszeit lässt sich im Ganzen ein Prozess der
schrittweisen Normalisierung" der Prozesse der Generationsbildung
und der damit zusammenhängenden Elitenbildung konstatieren. Die 1960er
Jahre bezeichnen darin eine einschneidende Zäsur: Sowohl für
Exilanten als auch für diejenigen, die im Reich verblieben waren,
haben die Diktatur- und Kriegserfahrungen generationelle Konfliktlagen
überwuchert; erst nach "Godesberg" (1959) zeichnete sich,
zumal mit den Mitgliederströmen seit 1968, ein eindeutiger identifizierbares
Generationenbild ab.
Jürgen Mittag
Ruhr-Universität Bochum
Kollektivbiographische Forschung in der
Geschichtswissenschaft: Das Beispiel der sozialdemokratischen Land- und
Reichstagsabgeordneten
Als vergleichsweise junger methodischer Ansatz
der Geschichtswissenschaft stößt die kollektive Biographik
seit Beginn der 1970er Jahre auf wachsendes Interesse. Insbesondere von
der Historischen Sozialforschung aufgegriffen und weiterentwickelt, bildete
dieser Zweig biographischer Analyse einen interdisziplinären Schnittpunkt
von Geschichtswissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft und Psychologie.
Im Zentrum kollektivbiographischer Arbeit steht die vergleichende Analyse
der Lebensläufe eines historischen Personenkollektivs. Hierbei eröffnet
die Nutzung von computergestützten
Datenbanken und der Einsatz statistischer Verfahren die Verarbeitung umfangreicher
Massendaten.
Erkenntnisziel kollektivbiographischer Untersuchungen ist es, einerseits
eine Systematik zu erarbeiten, die das Allgemeine und Typische innerhalb
der Gesamtheit hervorhebt, andererseits aber auch das Individuelle oder
Untypische der Lebensläufe herauszustellen. Das Spannungsverhältnis,
das sich aus der Dichotomie von ‘Struktur’ und ‘Individualität’
ergibt, verkörpert die Chancen dieses Ansatzes, der die umfassenden
gesellschaftlichen Strukturen hinter den ‘großen’ Einzelpersönlichkeiten
sichtbar machen kann, ohne die Bedeutung individueller Faktoren zu verdecken.
Anwendung findet die kollektive Biographik vor allem bei der Erforschung
politischer Führungsgruppen aus dem 19. und 20. Jahrhundert.
Als Resultat eines der bisher umfangreichsten und methodisch elaboriertesten
Projekte ist 1995 das von Wilhelm Heinz Schröder herausgegebene Handbuch
mit den Lebensläufen von insgesamt 2.427 sozialdemokratischen Landtagsparlamentariern
und Reichstagsabgeordneten aus dem deutschen Kaiserreich und der Weimarer
Republik erschienenen. Das Konferenzpapier skizziert die wichtigsten inhaltlichen
Erträge dieses Projekts und untersucht, aus welchen sozialen Gruppen
die Sozialdemokratie ihr Führungspersonal rekrutierte, welche Gemeinsamkeiten
und Unterschiede die Lebensläufe der Abgeordneten durchziehen und
welchen Anteil die so genannten ‘Arbeiterbeamten’ unter den
sozialdemokratischen Parlamentariern ausmachen. In diesem Zusammenhang
wird erörtert, welchen Beitrag kollektivbiographische Ansätze
zu so kontrovers diskutierten Thesen wie die der ‘Bürokratisierung’
der hauptamtlich besoldeten Arbeiterbeamten innerhalb der SPD oder jene
der negativen Integration der Sozialdemokratie leisten.
Eine zusammenfassende Betrachtung beleuchtet abschließend die Möglichkeiten
und Grenzen der kollektiven Biographik als historische Methode zur Erforschung
der Arbeiterbewegung.
Horacio Tarcus
Universidad de Buenos Aires – CeDInCI
Pour un dictionnaire biographique de la
gauche argentine
Dans cette communication je voudrais présenter
les fondements et la methodologie avec laquelle j’ai élaboré
le Dictionnaire biographique de la gauche argentine, à paraître
en 2006. Ce dictionnaire se distinguera des dictionnaires existentes en
Amerique Latine qui ne sont que des galeries d’hommes illustres.
Il est un dictionnaire des hommes et femmes qui ont animé les luttes
sociales, politiques, educatives et culturelles en Argentine. L'information
sur ces personnes, dispersée dans des milliers de journaux, révues,
livres et
brochures, de photographies, films et enregistrements, restait encore
à être organisée de manière systématique.
Il me semblait que ces vies meritaient un dictionnaire "total"
à la façon du "Dictionnaire Maitron". Ce projet,
plus modeste, réunit 500 biographies, de la période de formation
du mouvement ouvrier et socialiste dans les années 1870 jusqu'à
la génération des années ’60 et ’70 du
XXe siécle.
Patricia Toucas-Truyen
Université Paris I
Itinéraires biographiques
de militants du mouvement coopératif en France
Cette communication s’inspire de l’expérience d’un
travail biographique réalisé dans le cadre d’un ouvrage
publié aux Editions de l’Atelier « Les coopérateurs,
deux siècles de pratiques coopératives ». L’ouvrage
réunit 230 biographies de militants coopérateurs français,
appartenant à toutes les branches coopératives (coopération
de consommation, coopération ouvrière de production, coopération
agricole, coopération bancaire, coopération commerciale,
coopération scolaire, coopération de transport, coopération
artisanale, coopération maritime…).
Le choix des biographies antérieures à 1945 a été
aisé, la postérité du personnage faisant loi. Nombre
de ces coopérateurs figurent d’ailleurs dans le "Maitron".
La communication s’attachera à comparer les itinéraires,
sous les angles variés de l’origine géographique,
sociale et familiale, ou bien de l’adhésion à l’idéal
coopératiste (en relation, ou non, avec un engagement politique
ou syndical). Concernant les biographies de contemporains, les arbitrages
ont été d’autant plus délicats, qu’il
s’agissait d’un travail de commande. Il a fallu composer avec
les propositions des organisations, non exemptes de partialité,
la rivalité entre ces mêmes organisations pour obtenir la
plus large représentation, le recueil plus ou moins fructueux de
témoignages, la collaboration plus ou moins enthousiaste des intéressés.
Au-delà du constat d’une certaine professionnalisation de
l’engagement coopératif, je ne peux faire l’économie
d’une réflexion sur l’enjeu, en terme d’image,
que semble représenter pour le mouvement
la présentation de ces biographies.
Claudie Weill
EHESS, Paris
Biographies de militants socialistes juifs
de Russie
L'étude des socialistes juifs de l'empire russe est grevée
par des a priori dont il s'agit des tester la validité. D'abord
par le fait que l'antisémitisme est une catégorie centrale
autour de laquelle s'articulent les interrogations. Ensuite parce que
l'anathème de judéo-bolchevisme continue à faire
du communisme soviétique une importation étrangère
á la société russe. Mettre en oeuvre la méthode
prosopographique à partir des ego-documents émanant des
socialistes juifs – sociaux-démocrates ou socialistes révolutionnaires
– qui ont choisi d'adhérer à des partis russes permet
d'opérer de l'intérieur, d'analyser la perception subjective
que les militants avaient de leur judéité, de faire la part
des contraintes auxquelles ils étaient soumis. Ces ego-documents
permettent de débusquer l'assignation identitaire et les négociations
entamées par les militants pour accéder à cette composante
de la société impériale qu'est le mouvement révolutionnaire.
Les adhérents aux partis socialistes juifs pour qui l'émancipation
nationale juive fait d'emblée partie intégrante du processus
d'engagement n'ont pas été retenus dans cette étude
précisément parce que leur parcours témoigne d'un
rapport immédiat à la judéité. Outre les facteurs
de visibilité dont se réclame l'assignation identitaire
tels que l'onomastique ou le phénotype, trois éléments
ont été mis en oeuvre pour mesurer la perception de la judéité:
le rapport à la religion, à la langue et à la nation.
Les
éventuelles lignes de clivage traversent les appartenances de parti
en même temps qu'elles les déterminent jusqu'à un
certain point, comme c'est le cas pour d'autres nationalités de
l'empire russe.
Michael Buckmiller
Universität Hannover
Biographien von Komintern-Mitarbeitern
Seit Öffnung des Komintern-Archivs in
Moskau ist zum erstenmal eine systematische Erfassung und wissenschaftliche
Verarbeitung auch der biographischen Daten des Personals wesentlicher
Teile der kommunistischen Weltorganisation möglich geworden. Dank
der Förderung der Volkswagenstiftung und der Kooperation mit dem
Moskauer Komintern-Archiv im RGASPI konnte mit einer umfangreichen Erhebung
der Daten begonnen werden. Welche neuen Erkenntnisse lassen sich aus diesem
Material
gewinnen? Kann inzwischen mit einer quellengestützten "Kollektiv-Biographie"
aus den Tausenden von Lebensläufen der Aktivisten begonnen werden?
Welcher "Logik" unterliegen die Wandlungsprozesse der Apparate,
der jeweiligen Gruppenidentitäten? Wie lassen sich Ursachen und Folgen
des inszenierten Massenterrors aus den biographischen Schicksalen der
Täter und Opfer analysieren? Nach Abschluß des Projekts sollen
die neueren Ansätze der Biographieforschung erörtert und der
Frage nachgegangen werden, welchen Beitrag sie zu einem vertieften Verständnis
von Profil und Funktionsweise der Komintern leisten können.
Klaus Meschkat
Universität Hannover
Das biographische Handbuch lateinamerikanischer
Komintern-Mitarbeiter
Als Teilergebnis des russisch-deutschen Forschungsprojekts
zur Erstellung eines biographischen Handbuchs der Komintern ist im vergangenen
Jahr ein biographisches Wörterbuch Die Kommunistischen Internationale
und Lateinamerika 1919 bis 1943 erschienen. Es fußt auf einer vorgängigen
Publikation in russischer Sprache von Lazar J. Heifets, die Vervollständigung
der biographischen Angaben und die Übersetzung erfolgte jedoch im
Rahmen des durch die Volkswagenstiftung geförderten Projekts.
Damit liegen nun wesentliche biographische Daten der mit der Komintern
verbundenen lateinamerikanischen Revolutionäre auch in Buchform vor.
Das Wirken der Komintern in Lateinamerika kann mit diesem Material neu
beleuchtet werden. Quantitative Untersuchungen, deren Problematik und
Reichweite erörtert werden soll, können sich bald auf die EDV-gestützten
Dateien des Gesamtprojekts stützen. Darüber hinaus ist nun aber
auch eine intensivere Beschäftigung mit einzelnen Aktivisten möglich,
über deren Komintern-Karriere genauere Angaben vorliegen. Dies soll
exemplarisch am Schicksal kolumbianischer Revolutionäre dargestellt
werden, die ab 1927 mehrere Jahre in Moskau
verbracht haben. Wie hat sich ihre Denkweise und ihr Verhalten durch die
Berührung mit stalinistischen Praktiken und die Aufnahme der stalinistischen
Ideologie verändert?
José Gotovitch
Université Libre de Bruxelles
Les cominterniens de langue française.
Problèmes méthodologiques
posés par le Dictionnaire biographique de l'Internationale
communiste
Le dictionnaire des pays de langue française ne correspond pas
à son intitulé: trois des quatre pays concernés (Belgique,
Luxembourg, Suisse) utilisent également une autre langue et institutionnellement
ils ont été rattachés à des instances kominterniennes
différentes. L’unité problématique tient cependant
dans le fait que les partis concernés ont agi dans un contexte
politique démocratique, donc dans la légalité.
Malgré cela les parcours de ces révolutionnaires croisent
la prison, l’affrontement de rue, mais aussi la bataille parlementaire.
Malgré les politiques de l’IC , en particulier, l’isolement
de la "Troisième période", les militants de ces
partis ont été dans l’obligation d’opérer
des compromis, voire des alliances avec ceux qu’ils vilipendaient
la veille, sans jamais dévier de la fidélité absolue
à l’IC c’est à dire à l’URSS.
Schizophrénie des individus ou réserves bigarrées
de militants de cultures diverses offrant à chaque tournant les
militants adéquats? Un ou plusieurs modèles de "kominterniens"
- malgré le moule des Ecoles léninistes sensées forger
le communiste unique? Dans le kaléidoscope de ces quatre pays de
démocratie bourgeoise, l’éventail offre un objet d’étude
passionnant. D’abord, la formation même de ces militants,
leur capital social et culturel déterminent-t-ils des parcours
spécifiques? Leur proximité ou non
avec la social démocratie détermine-t-elle un comportement
spécifique? Quelle est d’ailleurs la proportion de ces cadres
issus des école? Inversément, les élèves sont
ils tous devenus cadres? Y a-t-il d’autres chemins plus prégnants
que les voies claires de la formation marxiste léniniste? Dans
ces pays de forte imprégnation religieuse, le rapport à
la religion est il présent dans la formation, dans le rapport au
parti ?
On le voit, ce dictionnaire spécifique impose un questionnement
très typé, auquel pourraient d’ailleurs se rattacher
d’autres partis, notamment néerlandais ou, sous réserve
d’une identité propre, scandinaves.
Notre approche n’a donc pas pu être purement statistique.
Il ouvre clairement le débat sur l’impossible paradigme kominternien.
Kevin Morgan
University of Manchester
The Communist Party Biographical
Project
The Communist Party of Great Britain (CPGB)
was already recognised within the Comintern as possessing certain distinctive
social and political characteristics. On the one hand, its levels of recruitment
were poor and even derisory by the standards of many other European communist
parties. On the other hand, its members enjoyed an unusual degree of acceptance
and/or influence within the relatively ecumenical structures of the British
left. For this reason the CPGB provides an interesting case with which
to test traditional notions of the communist party as a "party of
absolute integration" (Neumann).
More specifically, in the CPGB biographical project at the University
of Manchester a wide range of oral and documentary sources were used to
explore the significance of transitions and trajectories in the political
life history, and the diverse roles and contexts in which communists were
involved. Drawing on Max Gluckman’s concept of multiplexity, we
show how in practice a party like the CPGB had rather limited success
in creating the sort of multiplex counter-community in which ties of kinship,
neighbourhood, work and religious or political association tended to reinforce
each other. Instead, the study of communist activism reveals a complex
interaction with its wider political culture and thus provides an insight
into broader issues of radicalisation and the transmission of political
values.
Hermann Weber
Universität Mannheim
Biographien deutscher Kommunisten
Seit 2004 liegt ein biographisches Nachschlagewerk
vor (Hermann Weber/Andreas Herbst: Deutsche Kommunisten. Biographisches
Handbuch 1918-1945), das die Lebensläufe des Führungskorps des
deutschen Kommunismus beschreibt. Die 1400 KPD-Spitzenfunktionäre
waren mehrheitlich junge, frühere Arbeiter, aber auch Angestellte,
Intellektuelle oder Künstler (darunter 129 Frauen). Weit über
400, also fast jeder Dritte, verloren auf gewaltsame Weise ihr Leben,
222 wurden in der barbarischen Hitler-Diktatur ermordet, 178 sind in Stalins
Schreckensregime umgekommen. Die Biographien widerspiegeln die Wandlung
des deutschen Kommunismus, die wachsende Abhängigkeit von Moskau,
den Verlust von Autonomie und innerparteilicher Demokratie noch drastischer
als die Strukturen. Der ständige Austausch des Führungspersonals
belegt die Wandlung des deutschen Kommunismus von einem radikalen Teil
der Emanzipationsbewegung deutscher Arbeiter zu einer Organisation, die
sich politisch und personell der Komintern und der KPdSU Stalins unterordnete.
Bernard Pudal
Université Paris X Nanterre
Les biographies de militants communistes
français
Le répertoire du biographique prospecté
dans nos études sur les militants communistes français (les
biographies collectives comme préalable à l’analyse
des trajectoires biographiques singulières, le référentiel
biographique stalinien comme cadre cognitif et "théorie politique"
du capital politique communiste, les biographies édifiantes, fictionnelles
ou non, l’anthropomorphisation des collectifs et les procédures
d’identification qu’elle suscite, les autobiographies d’institution
et les ego-documents) s’inscrit dans l’étude du communisme
comme "biocratie". Ce caractère biocratique du communisme,
outre qu’il explique la richesse des archives biographiques, peut
être pensé par analogie avec les systèmes politiques
qui réservent à une noblesse privilèges et positions
éminentes. A condition de prendre la mesure néanmoins de
ce qui les différencie, en particulier l’interdit symbolique
qui porte sur la lignée. Les biographies des militants communistes
français, qu’elles soient individuelles ou collectives, sont
prises dans ce monde biocratique et
ses contradictions.
Ottokar Luban
Berlin
Führung und Helferkreis der Spartakusgruppe
(1915-1918): Probleme bei der Erforschung der Biographien
Der Kreis um Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht
– Gruppe Internationale bzw. ab 1916
Spartakusgruppe genannt – hatte als gezwungenermaßen weitgehend
illegal arbeitende informelle Gruppierung in der deutschen Sozialdemokratie
keine gewählte Führung und keine eigene formale Mitgliedschaft.
Aus dieser Sachlage ergeben sich bei der Erfassung der biographischen
Daten eine Reihe von Problemen:
- Wer ist dem Führungskreis zuzurechnen?
- Wer kann als Helfer, wer kann als passiver Anhänger der Spartakusgruppe
gerechnet werden? Sind die entsprechenden Angaben in Polizeiakten zuverlässig?
- Welche biographischen Daten sind relevant? Geburtsdatum, Beruf, Familienstand,
Dauer der Parteizugehörigkeit, bisherige Parteifunktionen, Gewerkschaftszugehörigkeit
und -funktion.
- In welchen archivalischen Quellen sind die meisten Angaben über
Spartakus-"Mitglieder" und ihre biographischen Daten zu finden?
Vom Verfasser ist eine erste Auswertung der vorhandenen biographischen
Daten zum Helferkreis der Spartakusgruppe in Berlin (aber noch nicht im
Reich) vorgenommen worden.