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The Memory of Labour

46. Linzer Konferenz: 9.—12. September 2010

 

HINTERGRUND UND ZIELSETZUNGEN

Den Ausgangspunkt der Tagung bildet die Frage nach der Präsenz von Arbeiterbewegungen im Repertoire der Vergegenwärtigung von Vergangenheit („kollektive Erinnerung“). In der Flut an Debatten und Publikationen, welche der Aufstieg des Konzepts „kollektiver Erinnerung“ in den letzten beiden Jahrzehnten ausgelöst hat, blieb die Rolle der Arbeiterbewegungen weitgehend unkonturiert; zumeist wurde sie gar nicht thematisiert.

In der Konferenz soll untersucht werden, welche Erinnerungsmuster über Arbeiterbewegungen in die „kollektive Erinnerung“ wie und von wem eingespeist wurden und welche Veränderungen diese Erinnerungsprozesse in den vergangenen Jahren erfuhren. Stehen in Europa etwa die sozialen Emanzipations-bestrebungen im Mittelpunkt der Erinnerung, ist es der Beitrag der Arbeiterbewegungen bei der Formierung von Sozialstaaten und bei der Schaffung relativ homogener Gesellschaften in Europa - oder spielen ganz andere kognitive und affektive Denktraditionen eine Rolle?

Auf der einen Seite soll der Blick auf die „Erinnerung“ an Arbeiterbewegungen und soziale Bewegungen in einzelnen Staaten und Regionen und ihren Niederschlag im Inventar „globaler“ Erinnerung gerichtet werden. Auf der anderen Seite wird das Augenmerk auf erinnerungspolitische Strategien gelenkt, die diese Bewegungen selbst entwickelt haben.

Waren Arbeiterbewegungen - im Sinne von Bewegungen, die in größere Zusammenhänge historischer Entwicklung eingebunden waren - prägend für erinnerungspolitische Strategien politischer Bewegungen überhaupt? Wie positionieren sich
Arbeiterbewegungen und soziale Bewegungen weltweit in dem Versuch, der Gegenwart durch den Blick auf die Vergangenheit eine Perspektive auf die Zukunft zu verschaffen? Ist diesem erinnerungspolitischen Zusammenhang durch das neue Erinnerungsregime, in dem die Perspektive auf die Zukunft hinter dem Blick auf die Vergangenheit verschwindet, die Grundlage abhanden gekommen?

Vorbereitungskomitee:
Koordinator: Jürgen Mittag (Institut für soziale Bewegungen, Ruhr-Univ. Bochum)
Bruno Groppo
(Centre d'Histoire Sociale, Université de Paris I)
Eva Himmelstoss (ITH)
Jürgen Hofmann (Historische Kommission der LINKEN, Berlin)
Silke Neunsinger
(Arbetarrörelsens arkiv och bibliotek, Stockholm)
Berthold Unfried
(ITH & Institut für Wirschatfs- und Sozialgeschichte, Univ. Wien)
Marcel van der Linden (IISG Amsterdam)

Kontakt:
Eva Himmelstoss
International Conference of Labour and Social History (ITH)
Altes Rathaus, Wipplingerstr. 6-8, A-1010 Wien, Österreich
E-Mail: ith@doew.at