Märkische Lebenswelten. Gesellschaftsgeschichte der Herrschaft Plattenburg-Wilsnack, Prignitz 1550-1800.
BWV Berliner Wissenschafts-Verlag 2007 (= Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs, hrsg. v. Klaus Neitmann, Bd. 53)
872 pages, ISBN 978-3-8305-1387-2
The awarding ceremony
took place in connection with the opening of ITH's
44th conference in Linz, September 11,
2008, at Jägermayrhof. An award
presentation (in German) by Claudia Ulbrich was followed by a lecture
of prize winner Jan Peters.
Prof. Jan Peters:
Geb. 1932, als Kind im Exil mit den Eltern in der Sowjetunion 1935-38 und
in Schweden 1938-48. Rückkehr in die Ostzone im Juni 1948, Oberschulbesuch
in Blankenfelde 1948-52. 1952-1956 Studium der Geschichte an der Humboldt-Universität
Berlin. 1956-1962 Assistent am Historischen Institut der Universität
Greifswald. 1961 Promotion ("Die Landarmut in Schwedisch-Pommern"),
1975 Habilitation ("Exilland Schweden"). 1962-64 Redakteur bei
Radio Berlin International (Schwedische Redaktion), 1964-66 Fachreferent
für Geschichte an der Akademie der Wissenschaften der DDR, 1967-70
Direktor des DDR-Kulturzentrums Stockholm, 1970-1991 Wiss. Mitarbeiter des
Instituts für Wirtschaftsgeschichte an der Akademie der Wissenschaften
der DDR, Chefredakteur des Jahrbuchs für Wirtschaftsgeschichte. 1978
nebenamtl. Honorarprof. in Greifswald, 1994 Universitätsprof. am Historischen
Institut der Universität Potsdam (Sozialgeschichte der Frühen
Neuzeit). 1992-1996 Leiter der Max-Planck-Arbeitsgruppe "Ostelbische
Gutsherrschaft" in Potsdam. Lehrveranstaltungen in Greifswald, Berlin,
Potsdam. 1997 Ruhestand. 1997-99 Projektleiter, 1999 Vorsitzender des Vereins
"Ostelbische Gutsherrschaft und Kultur der ländlichen Gesellschaft".
Vorstandsmitglied der Brandenburgischen Historischen Kommission, Beiratsmitglied
der Zeitschrift Historische Anthropologie, Mitglied des Internationalen
Beirats von Historisk Tidskrift (Stockholm), Mitherausgeber der Reihe Selbstzeugnisse
der Neuzeit.
Statement of the Jury:
Ausgangspunkt dieses Buches ist die ausgezeichnete
Überlieferung im Herrschaftsarchiv der Familie von Saldern. Aus Tausenden
von Akten über die Herrschaft Plattenburg-Wilsnack fügt Jan Peters
Mosaiksteinchen zusammen, die ein beeindruckendes Bild vom Alltag der Menschen
in einer adligen Herrschaft ergeben. In seiner Untersuchung, die 1552 mit
der Übernahme der Herrschaft des Matthias von Saldern beginnt und im
18. Jahrhundert mit der Verpfändung der Saldernschen Güter endet,
kommt das Leben jener in den Blick, die sonst in der Geschichte unsichtbar
bleiben. Ihr Handeln wird in der Darstellung stets auf Herrschaft und Gesellschaft
bezogen, die als Konfliktgemeinschaft verstanden werden. Auf diese Weise
entsteht ein differenziertes Bild von einer dynamischen ländlichen
Gesellschaft.
Jan Peters, der als Leiter der Potsdamer Arbeitsgruppe "Ostelbische
Gutsherrschaft als sozialhistorisches Phänomen" wichtige Arbeiten
für die Neubewertung von Gutsherrschaft und Gutswirtschaft angeregt
hat, hat mit den "Märkischen Lebenswelten" eine Studie vorgelegt,
die mit ihrem anthropologischen Interesse an den handelnden Menschen Maßstäbe
für die künftige Gutsherrschaftsforschung setzt.
(Prof. Claudia Ulbrich)
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