Planning Ahead and Falling Behind. The East German Economy in Comparison with West Germany 1936-2002 (= Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte, Beiheft 8), Berlin: Akademie Verlag 2006
250 pages, ISBN 3-05-004201-X
The awarding ceremony
took place in connection with the opening of ITH's
43rd conference in Linz, September 13th,
2007, 7:30 pm, at Jägermayrhof, Römerstraße
98, A-4020 Linz, Austria. An award
presentation by the Jury was followed by a lecture
of prize winner Jaap Sleifer.
Jaap Sleifer:
born in 1972, studied at the University of Groningen and graduated in (economic)
history and also in law. In 2003 he completed his PhD thesis on the East
and West German economies at the Groningen Growth and Development Centre
(Title: "Falling behind: the East German economy in comparison with
West Germany from 1936 to 2002"). For his research he shortly stayed
at the Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).
He made a benchmark comparison of the industrial sector in East Germany
and West Germany in 1936 that was published in the Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte
2001/1 (Title: "Separated Unity: The Industrial Sector in 1936 in the
Territory of the German Democratic Republic and the Federal Republic of
Germany").
After completing his PhD thesis he worked at the Centre for German Studies
(CDS) at the University of Nijmegen, where he organized an international
conference of the CDS and the N.W. Posthumus Institute on "economic
growth and the entrepreneur in Germany and the Netherlands". From February
2005 until present Jaap Sleifer is a policy advisor at the Dutch Advisory
Board on Administrative Burden (Actal).
Statement of the Jury:
Dieses Buch ist aus einer Dissertation an der
Universität Groningen hervorgegangen und erhielt seine endgültige
Gestalt am Zentrum für Deutschlandstudien der Universität Nijmegen
und am Institut für Wirtschaftsforschung Halle. Ihr Ziel ist der Vergleich
der wirtschaftlichen Entwicklung in Westdeutschland und Ostdeutschland bzw.
- zwischen 1949 und 1991 - der BRD und der DDR. Der Vergleich beruht vor
allem auf makroökonomischen Daten, wobei das BIP und die Arbeitsproduktivität
im Vordergrund stehen. Über die Analyse der gesamten Volkswirtschaften
hinaus wird die wirtschaftliche Entwicklung beider Teile Deutschlands durch
eine nach Branchen und Regionen differenzierte Analyse erschlossen, die
beträchtliche - und teilweise überraschende - Variationen sichtbar
macht.
Die Gliederung der Untersuchung erfolgt nach vier Perioden. Der Autor zeigt, dass der entscheidende Rückfall der ostdeutschen Ökonomie gegenüber der westdeutschen in der Periode 1936 bis 1950 erfolgte, vor allem in den Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegsjahren sowie am Beginn des "Kalten Kriegs". In der Periode der beiden deutschen Staaten vermochte die Volkswirtschaft der DDR den Absturz der ersten Periode nicht mehr aufzuholen. Auch wenn sie im internationalen Vergleich zeitweilig durchaus respektable Ergebnisse erzielte, vergrößerte sich der Abstand zur westdeutschen Ökonomie in Bezug auf Wirtschaftswachstum und Arbeitsproduktivität weiter, eine Entwicklung, die sich in der Übergangsperiode von 1989 bis 1991 nochmals beschleunigte. Die vierte Periode nach der Wiedervereinigung 1991 bis 2003 wird in der Arbeit nur mehr kurz behandelt. Dabei erweisen sich nur die Jahre 1991 bis 1995 als Phase des Aufholens der ostdeutschen Ökonomie, während sich seitdem der Entwicklungsrückstand des Ostens gegenüber dem Westen auf stabilem Niveau zu verfestigen scheint.
Das Buch enthält eine materialreiche und differenzierte
Analyse und bietet eine sachliche und unaufgeregte Diskussion der empirischen
Daten jenseits politischer Debatten um "Systemkonkurrenz". Der
junge niederländische Autor bemüht sich um den möglichst
objektiven Vergleich zweier Volkswirtschaften in ihrem jeweiligen historischen
Kontext - ein gelungenes Beispiel für den Nutzen der "Historisierung"
auch in der Wirtschaftsgeschichte.
(Prof. Josef Ehmer, Member of the Jury)
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