Die ITH vergibt zusammen mit dem Dokumentationsarchiv des
österreichischen Widerstandes (DÖW) den Herbert Steiner-Preis für
wissenschaftliche Arbeiten zu den Themen "Widerstand/Verfolgung/Exil
in der Zeit des Faschismus und Nationalsozialismus" sowie "Geschichte
der Arbeiterbewegung".
Der Herbert-Steiner-Preis – benannt nach dem Gründer der ITH
und Mitbegründer des DÖW– wurde 2011 zum achten Mal verliehen.
Der Herbert-Steiner-Preis 2011 (Euro 5.000)
ergeht an
Julia
Köstenberger für ihre Dissertation (Universität Wien):
Die Geschichte der Internationalen Leninschule in Moskau (1926-1938).
Unter besonderer Berücksichtigung des deutschen und österreichischen
Sektors
Abstract
Die Förderpreise (je Euro 1.500)
ergehen an
Judith Goetz für
ihre Diplomarbeit: "Bücher gegen
das Vergessen". Kärntnerslowenische Literatur über Widerstand
und Verfolgung im Kontext der Holocaustautobiographie
Mathias Lichtenwagner für
seine Diplomarbeit: Fehlende Jahre. Orte und Netzwerk der NS-Militärjustiz
in Wien
Ina Markova für ihre
Diplomarbeit: Geschichtsklitterungen – Zäsuren –
Neuverhandlungen. Visuelle und sprachliche Strategien der Repräsentation
der österreichischen Vergangenheit 1934 - 1938 - 1945 - 1955 in Geschichtsschulbüchern
Die Verleihungsfeier findet am Mittwoch, 2. November 2011, 18 Uhr, im Veranstaltungszentrum des DÖW, 1010 Wien, Wipplingerstr. 6-8, statt. Veranstalter sind das DÖW und die International Conference of Labour and Social History (ITH).
Der Preis wird vergeben für wissenschaftliche
Arbeiten in deutscher oder englischer Sprache, die noch nicht veröffentlicht
sind, zu den Themen:
* Widerstand/Verfolgung/Exil in der Zeit des
Faschismus und Nationalsozialismus sowie Umgang mit dieser Vergangenheit
nach 1945; und
* Geschichte der Arbeiterbewegung
Der Preis soll in erster Linie die Überarbeitung wissenschaftlicher
Manuskripte für die Veröffentlichung ermöglichen. Die eingereichten
Arbeiten werden von einer internationalen Jury begutachtet. Vergeben werden
ein Herbert-Steiner-Preis sowie Herbert Steiner-Anerkennungspreise (Gesamtausschüttung:
10.000 Euro).
Für die Vergabe des Herbert-Steiner-Preises waren folgende Voraussetzungen
zu erfüllen: Beurteilbares wissenschaftliches Manuskript (auch Diplomarbeiten
oder Dissertationen), Abstract der Arbeit, Lebenslauf und ggf. Publikationsliste.
Jury:
Univ.-Doz. Dr. Brigitte Bailer (wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationsarchivs
des österreichischen Widerstandes)
Ao. Univ.-Prof. Dr. Ingrid Bauer (Fachbereich Geschichte der Universität
Salzburg)
Univ.-Prof. Dr. Gabriella Hauch (Institut für Frauen- und Geschlechterforschung,
Universität Linz)
Dr. Peter Huemer (Historiker und Publizist, Wien)
Univ.-Prof. Dr. Helmut Konrad (Institut für Geschichte, Universität
Graz)
Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka (Central European University, Budapest)
Univ.-Prof. Dr. Peter Steinbach (Institut für Geschichte, Universität
Karlsruhe)
Frühere PreisträgerInnen
2010
Bernhard Blank, "Gefährdung
von Menschenleben durch den Eisenbahn-Transport nach Auschwitz". Die
österreichische Justiz und die Geschworenenprozesse gegen die Eichmann-Gehilfen
Franz Novak und Erich Rajakowitsch von 1961 bis 1987
-----
Peter Larndorfer, Die Inszenierung von
Gedächtnis am Beispiel der Ausstellung "Der Österreichische
Freiheitskampf 1934-1945" im Dokumentationsarchiv des österreichischen
Widerstandes 1978-2005
2009
Marc Buggeln, Arbeit und
Gewalt. Das Außenlagersystem des KZ Neuengamme
-----
Marcus Meier, Rechte
Orientierungen bei jungen Gewerkschaftsmitgliedern in der Diskussion
Peter Pirker, “Most difficult to
tackle”: Der britische Kriegsgeheimdienst Special Operations Executive
und Österreich
Friedrich Stepanek, Die Tiroler Freiwilligen
im Spanischen Bürgerkrieg 1936-1939. Eine Kollektivbiographie
2008
John Evers, Internationale Gewerkschaftsarbeit
im multinationalen Staat der Habsburgermonarchie. Ein Beitrag zur europäischen
Gewerkschaftsgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung
der Reichsgewerkschaftskommission und ihrer deutsch-tschechischen Arbeit
vor 1914
Elissa Mailänder Koslov, Gewalt im
Dienstalltag: Die SS-Aufseherinnen des Konzentrations- und Vernichtungslagers
Majdanek (1942-1944)
Claudia Andrea Spring, "Die Gauleiter
fordern das Gesetz dringend!" Zwangssterilisationen in Wien 1940-1945
-----
Ruica Grgic, "Jasenovac"
contra "Bleiburg". Der Zweite Weltkrieg im kroatischen Geschichtsbewusstsein
Peter Stadlbauer, Eichmanns Chef:
Erich Ehrlinger. Exzellente SS-Karriere und unterbliebene strafrechtliche
Sühne. Eine Fallstudie
2007
Herwig Czech, Ärzte am Volkskörper.
Die Wiener Medizin und der Nationalsozialismus
Matthias Marschik, Sportdiktatur. Bewegungskulturen
im nationalsozialistischen Österreich
-----
Klaus Kienesberger, Der Österreich-Diskurs
in der DDR von 1970 bis 1980. Eine kommunikationsgeschichtliche Annäherung
anhand des Diskursbeitrags Sepp Plieseis
Martin Niklas, Österreichische
Jüdinnen und Juden in Theresienstadt
2006
Heimo Halbrainer, "Der groesste Lump
im ganzen Land". Denunziation in der Steiermark 1938-1945 und die Aufarbeitung
dieses NS-Verbrechens in der Zweiten Republik.
Christian Kloesch, "und was sich uns
entgegenstellt, das wird gestürzt und wird gefällt". Der
nationalsozialistische Juliputsch von 1934 im Kärntner Lavanttal und
die Lebensgeschichten der Putschisten.
-----
Stephanie Braukmann, Antisemitismus,
Judenfeindlichkeit und Haltung zur jüdischen Frage in den Diskursen
der proletarisch-sozialistischen Frauenbewegung 1890-1914
Petra Domesle, Österreicherinnen in
Exil und Widerstand in Frankreich. Beitrag zum Widerstand und Problematik
der Rückkehr. Status in Wissenschaft und Gesellschaft
2005
Barbara Nicole Wiesinger, "... denn
die Freiheit kommt nicht von alleine". Frauen im jugoslawischen "Volksbefreiungskrieg"
1941–1945
-----
Ralph Gabriel, Sanitätshygienische
und medizinische Ambitionen als Bauaufgabe. Morphologie und Topographie
des Krankenreviers im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen
Christiane Rothländer, Karl Motesiczky
(1904–1943).
Wolfgang Stadler, "... juristisch
bin ich nicht zu fassen‹. Die Verfahren des Volksgerichts Wien gegen
Richter und Staatsanwälte 1945–1955
2004
Monika Neuhofer, "Ecrire un seul livre,
sans cesse renouvelé". Jorge Sempruns literarische Auseinandersetzung
mit Buchenwald
-----
Elisabeth Kübler, Antisemitismusbekämpfung
als gesamteuropäische Herausforderung. Eine vergleichende Analyse der
Maßnahmen der OSZE und der EUMC
Claudia Kuretsidis-Haider, Verbrechen an
ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern vor Gericht. Die Engerau-Prozesse
vor dem Hintergrund der justiziellen "Vergangenheitsbewältigung"
in Österreich (1945–1955)