Der Herbert Steiner-Preis – benannt nach dem Gründer und langjähriger Schatzmeister der ITH, der auch Mitbegründer und langjähriger Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) war – wird heuer zum sechsten Mal verliehen.
Der Herbert-Steiner-Preis 2009 ergeht
an:
Marc Buggeln für Arbeit und Gewalt.
Das Außenlagersystem des KZ Neuengamme
(Dissertation, eingereicht an der Universität Bremen, Fachbereich
Kulturwissenschaften)
Die Herbert-Steiner-Anerkennungspreise
2009 ergehen an:
Marcus Meier für
Rechte Orientierungen bei jungen Gewerkschaftsmitgliedern in
der Diskussion (Dissertation, eingereicht an der
Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften
und Philosophie)
Peter Pirker für “Most
difficult to tackle”: Der britische Kriegsgeheimdienst Special Operations
Executive und Österreich (Dissertation,
eingereicht an der Universität Wien, Institut fuer Zeitgeschichte)
Friedrich Stepanek für
Die Tiroler Freiwilligen im Spanischen Bürgerkrieg 1936-1939. Eine
Kollektivbiographie (Dipl.Arbeit, eingereicht an der Leopold-Franzens-Universität
Innsbruck, Philosophisch-historische Fakultät)
Die Verleihungsfeier findet am 30. Oktober 2009, 18 Uhr, in den Ausstellungsräumen des DÖW, 1010 Wien, Wipplingerstr. 6-8 (Eingang im Hof), statt.
Der Preis wird verliehen für wissenschaftliche
Arbeiten in deutscher oder englischer Sprache, die noch nicht veröffentlicht
sind, zu den Themen:
* Widerstand/Verfolgung/Exil in der Zeit des
Faschismus und Nationalsozialismus sowie Umgang mit dieser Vergangenheit
nach 1945; und
* Geschichte der Arbeiterbewegung
Er soll in erster Linie die Überarbeitung wissenschaftlicher Manuskripte
für die Veröffentlichung ermöglichen. Die eingereichten Arbeiten
werden von einer internationalen Jury begutachtet. Heuer wählte sie
einen Hauptpreisträger (4.000 Euro) und drei Anerkennungspreisträger
(je 2.000 Euro) aus.
Für die Vergabe des Herbert-Steiner-Preises waren folgende Voraussetzungen
zu erfüllen: Beurteilbares wissenschaftliches Manuskript (auch Diplomarbeiten
oder Dissertationen), Abstract der Arbeit, Lebenslauf und ggf. Publikationsliste.
Jury:
Univ.-Doz. Dr. Brigitte Bailer (wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationsarchivs
des österreichischen Widerstandes)
Ao. Univ.-Prof. Dr. Ingrid Bauer (Fachbereich Geschichte der Universität
Salzburg)
Univ.-Prof. Dr. Gabriella Hauch (Institut für Frauen- und Geschlechterforschung,
Universität Linz)
Dr. Peter Huemer (Historiker und Publizist, Wien)
Univ.-Prof. Dr. Helmut Konrad (Institut für Geschichte, Universität
Graz)
Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka (Central European University, Budapest)
Univ.-Prof. Dr. Peter Steinbach (Institut für Geschichte, Universität
Karlsruhe)
Frühere PreisträgerInnen
2008
John Evers, Internationale Gewerkschaftsarbeit
im multinationalen Staat der Habsburgermonarchie. Ein Beitrag zur europäischen
Gewerkschaftsgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung
der Reichsgewerkschaftskommission und ihrer deutsch-tschechischen Arbeit
vor 1914
Elissa Mailänder Koslov, Gewalt im
Dienstalltag: Die SS-Aufseherinnen des Konzentrations- und Vernichtungslagers
Majdanek (1942-1944)
Claudia Andrea Spring, "Die Gauleiter
fordern das Gesetz dringend!" Zwangssterilisationen in Wien 1940-1945
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Ruica Grgic, "Jasenovac"
contra "Bleiburg". Der Zweite Weltkrieg im kroatischen Geschichtsbewusstsein
Peter Stadlbauer, Eichmanns Chef:
Erich Ehrlinger. Exzellente SS-Karriere und unterbliebene strafrechtliche
Sühne. Eine Fallstudie
2007
Herwig Czech, Ärzte am Volkskörper.
Die Wiener Medizin und der Nationalsozialismus
Matthias Marschik, Sportdiktatur. Bewegungskulturen
im nationalsozialistischen Österreich
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Klaus Kienesberger, Der Österreich-Diskurs
in der DDR von 1970 bis 1980. Eine kommunikationsgeschichtliche Annäherung
anhand des Diskursbeitrags Sepp Plieseis
Martin Niklas, Österreichische
Jüdinnen und Juden in Theresienstadt
2006
Heimo Halbrainer, "Der groesste Lump
im ganzen Land". Denunziation in der Steiermark 1938-1945 und die Aufarbeitung
dieses NS-Verbrechens in der Zweiten Republik.
Christian Kloesch, "und was sich uns
entgegenstellt, das wird gestürzt und wird gefällt". Der
nationalsozialistische Juliputsch von 1934 im Kärntner Lavanttal und
die Lebensgeschichten der Putschisten.
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Stephanie Braukmann, Antisemitismus,
Judenfeindlichkeit und Haltung zur jüdischen Frage in den Diskursen
der proletarisch-sozialistischen Frauenbewegung 1890-1914
Petra Domesle, Österreicherinnen in
Exil und Widerstand in Frankreich. Beitrag zum Widerstand und Problematik
der Rückkehr. Status in Wissenschaft und Gesellschaft
2005
Barbara Nicole Wiesinger, "... denn
die Freiheit kommt nicht von alleine". Frauen im jugoslawischen "Volksbefreiungskrieg"
1941–1945
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Ralph Gabriel, Sanitätshygienische
und medizinische Ambitionen als Bauaufgabe. Morphologie und Topographie
des Krankenreviers im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen
Christiane Rothländer, Karl Motesiczky
(1904–1943).
Wolfgang Stadler, "... juristisch
bin ich nicht zu fassen‹. Die Verfahren des Volksgerichts Wien gegen
Richter und Staatsanwälte 1945–1955
2004
Monika Neuhofer, "Ecrire un seul livre,
sans cesse renouvelé". Jorge Sempruns literarische Auseinandersetzung
mit Buchenwald
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Elisabeth Kübler, Antisemitismusbekämpfung
als gesamteuropäische Herausforderung. Eine vergleichende Analyse der
Maßnahmen der OSZE und der EUMC
Claudia Kuretsidis-Haider, Verbrechen an
ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern vor Gericht. Die Engerau-Prozesse
vor dem Hintergrund der justiziellen "Vergangenheitsbewältigung"
in Österreich (1945–1955)