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Herbert-Steiner-Preis 2008

Der Herbert Steiner-Preis benannt nach dem Gründer und langjähriger Schatzmeister der ITH, der auch Mitbegründer des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) war wurde heuer zum fünften Mal verliehen.

Der Herbert-Steiner-Preis 2008 ergeht an:
John Evers für Internationale Gewerkschaftsarbeit im multinationalen Staat der Habsburgermonarchie. Ein Beitrag zur europäischen Gewerkschaftsgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung der Reichsgewerkschaftskommission und ihrer deutsch-tschechischen Arbeit vor 1914
Elissa Mailänder Koslov für Gewalt im Dienstalltag: Die SS-Aufseherinnen des Konzentrations- und Vernichtungslagers Majdanek (1942-1944)
Claudia Andrea Spring für "Die Gauleiter fordern das Gesetz dringend!" Zwangssterilisationen in Wien 1940-1945

Der Herbert-Steiner-Anerkennungspreis 2008 ergeht an:
Ružica Grgic für "Jasenovac" contra "Bleiburg". Der Zweite Weltkrieg im kroatischen Geschichtsbewusstsein
Peter Stadlbauer für Eichmanns Chef: Erich Ehrlinger. Exzellente SS-Karriere und unterbliebene strafrechtliche Sühne. Eine Fallstudie

Der Preis wird verliehen für wissenschaftliche Arbeiten in deutscher oder englischer Sprache, die noch nicht veröffentlicht sind, zu den Themen:
* Widerstand/Verfolgung/Exil in der Zeit des Faschismus und Nationalsozialismus sowie Umgang mit dieser Vergangenheit nach 1945 und
* Geschichte der Arbeiterbewegung.

Er soll in erster Linie die Überarbeitung wissenschaftlicher Manuskripte für eine Publikation ermöglichen. Für die Vergabe des Herbert-Steiner-Preises waren folgende Voraussetzungen zu erfüllen: Beurteilbares wissenschaftliches Manuskript (auch Diplomarbeiten oder Dissertationen), Abstract, Lebenslauf und ggf. Publikationsliste.
Die eingereichten Arbeiten wurden von einer unabhängigen Jury begutachtet. Heuer wählte sie zwei Hauptpreisträger (je 3.500 Euro) und zwei Anerkennungspreisträger (je 1.500 Euro) aus.

Die Verleihungsfeier fand am 29. Oktober 2008, 18 Uhr in den im Veranstaltungszentrum des DÖW, Wipplingerstr. 6-8, 1010 Wien statt.


Verein "Herbert-Steiner-Preis"
Präsident: Wolfgang Neugebauer (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes)
VizepräsidentInnen: Eric Hobsbawm (London), Susanne Miller (Bonn), Anna Żarnowska (Warschau).
Jury:
Univ.-Doz. Dr. Brigitte Bailer (wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes)
Ao. Univ.-Prof. Dr. Ingrid Bauer (Fachbereich Geschichte der Universität Salzburg)
Univ.-Prof. Dr. Gabriella Hauch (Institut für Frauen- und Geschlechterforschung, Universität Linz)
Dr. Peter Huemer (Historiker und Publizist, Wien)
Univ.-Prof. Dr. Helmut Konrad (Institut für Geschichte, Universität Graz)
Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka (Central European University, Budapest)
Univ.-Prof. Dr. Peter Steinbach (Institut für Geschichte, Universität Karlsruhe)


Frühere PreisträgerInnen

2007

Herwig Czech, Ärzte am Volkskörper. Die Wiener Medizin und der Nationalsozialismus
Matthias Marschik, Sportdiktatur. Bewegungskulturen im nationalsozialistischen Österreich
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Klaus Kienesberger, Der Österreich-Diskurs in der DDR von 1970 bis 1980. Eine kommunikationsgeschichtliche Annäherung anhand des Diskursbeitrags Sepp Plieseis
Martin Niklas, Österreichische Jüdinnen und Juden in Theresienstadt

2006

Heimo Halbrainer, "Der groesste Lump im ganzen Land". Denunziation in der Steiermark 1938-1945 und die Aufarbeitung dieses NS-Verbrechens in der Zweiten Republik.
Christian Kloesch, "und was sich uns entgegenstellt, das wird gestürzt und wird gefällt". Der nationalsozialistische Juliputsch von 1934 im Kärntner Lavanttal und die Lebensgeschichten der Putschisten.
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Stephanie Braukmann, Antisemitismus, Judenfeindlichkeit und Haltung zur jüdischen Frage in den Diskursen der proletarisch-sozialistischen Frauenbewegung 1890-1914
Petra Domesle, Österreicherinnen in Exil und Widerstand in Frankreich. Beitrag zum Widerstand und Problematik der Rückkehr. Status in Wissenschaft und Gesellschaft

2005

Barbara Nicole Wiesinger, "... denn die Freiheit kommt nicht von alleine". Frauen im jugoslawischen "Volksbefreiungskrieg" 1941–1945
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Ralph Gabriel, Sanitätshygienische und medizinische Ambitionen als Bauaufgabe. Morphologie und Topographie des Krankenreviers im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen
Christiane Rothländer, Karl Motesiczky (1904–1943).
Wolfgang Stadler, "... juristisch bin ich nicht zu fassen‹. Die Verfahren des Volksgerichts Wien gegen Richter und Staatsanwälte 1945–1955

2004

Monika Neuhofer, "Ecrire un seul livre, sans cesse renouvelé". Jorge Sempruns literarische Auseinandersetzung mit Buchenwald
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Elisabeth Kübler, Antisemitismusbekämpfung als gesamteuropäische Herausforderung. Eine vergleichende Analyse der Maßnahmen der OSZE und der EUMC
Claudia Kuretsidis-Haider, Verbrechen an ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern vor Gericht. Die Engerau-Prozesse vor dem Hintergrund der justiziellen "Vergangenheitsbewältigung" in Österreich (1945–1955)