Der Herbert Steiner-Preis – benannt nach dem Gründer und langjähriger Schatzmeister der ITH, der auch Mitbegründer des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) war – wurde heuer zum vierten Mal verliehen.
Der Herbert-Steiner-Preis 2007 ergeht an:
Herwig Czech für Ärzte
am Volkskörper. Die Wiener Medizin und der Nationalsozialismus.
Matthias Marschik für
Sportdiktatur. Bewegungskulturen im nationalsozialistischen
Österreich.
Der Herbert-Steiner-Anerkennungspreis 2007 ergeht an:
Klaus Kienesberger für Der
Österreich-Diskurs in der DDR von 1970 bis 1980. Eine kommunikationsgeschichtliche
Annäherung anhand des Diskursbeitrags Sepp Plieseis.
Martin Niklas für Österreichische
Jüdinnen und Juden in Theresienstadt.
Der Preis wird verliehen für
wissenschaftliche Arbeiten in deutscher oder englischer Sprache,
die noch nicht veröffentlicht sind, zu den Themen:
* Widerstand/Verfolgung/Exil in der Zeit des
Faschismus und Nationalsozialismus sowie Umgang mit dieser Vergangenheit
nach 1945 und
* Geschichte der Arbeiterbewegung.
Er soll in erster Linie die Überarbeitung wissenschaftlicher Manuskripte
für eine Publikation ermöglichen. Für die Vergabe des Herbert-Steiner-Preises
waren folgende Voraussetzungen zu erfüllen: Beurteilbares wissenschaftliches
Manuskript (auch Diplomarbeiten oder Dissertationen), Abstract, Lebenslauf
und ggf. Publikationsliste.
Die eingereichten Arbeiten wurden von einer unabhängigen Jury begutachtet.
Heuer wählte sie zwei Hauptpreisträger (je 3.500 Euro) und zwei
Anerkennungspreisträger (je 1.500 Euro) aus.
Die Verleihungsfeier findet am 24.
Oktober 2007, 18 Uhr in den Ausstellungsräumlichkeiten des DÖW,
Wipplingerstr. 6-8, 1010 Wien statt.
Verein "Herbert-Steiner-Preis"
Präsident: Wolfgang Neugebauer (Dokumentationsarchiv des österreichischen
Widerstandes)
VizepräsidentInnen: Eric Hobsbawm (London), Susanne Miller (Bonn),
Anna Żarnowska (Warschau).
Jury:
Univ.-Doz. Dr. Brigitte Bailer (wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationsarchivs
des österreichischen Widerstandes)
Ao. Univ.-Prof. Dr. Ingrid Bauer (Fachbereich Geschichte der Universität
Salzburg)
Univ.-Prof. Dr. Gabriella Hauch (Institut für Frauen- und Geschlechterforschung,
Universität Linz)
Dr. Peter Huemer (Historiker und Publizist, Wien)
Univ.-Prof. Dr. Helmut Konrad (Institut für Geschichte, Universität
Graz)
Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka (Central European University, Budapest)
Univ.-Prof. Dr. Peter Steinbach (Institut für Geschichte, Universität
Karlsruhe)
Frühere PreisträgerInnen
2006
Heimo Halbrainer:"Der groesste Lump
im ganzen Land". Denunziation in der Steiermark 1938-1945 und die Aufarbeitung
dieses NS-Verbrechens in der Zweiten Republik.
Christian Kloesch: "und was sich uns
entgegenstellt, das wird gestürzt und wird gefällt". Der
nationalsozialistische Juliputsch von 1934 im Kärntner Lavanttal und
die Lebensgeschichten der Putschisten.
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Stephanie Braukmann: Antisemitismus,
Judenfeindlichkeit und Haltung zur jüdischen Frage in den Diskursen
der proletarisch-sozialistischen Frauenbewegung 1890-1914.
Petra Domesle: Österreicherinnen
in Exil und Widerstand in Frankreich. Beitrag zum Widerstand und Problematik
der Rückkehr. Status in Wissenschaft und Gesellschaft.
2005
Barbara Nicole Wiesinger: ›... denn
die Freiheit kommt nicht von alleine‹. Frauen im jugoslawischen ›Volksbefreiungskrieg‹
1941–1945.
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Ralph Gabriel: Sanitätshygienische
und medizinische Ambitionen als Bauaufgabe. Morphologie und Topographie
des Krankenreviers im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen.
Christiane Rothländer: Karl Motesiczky
(1904–1943).
Wolfgang Stadler: ›... juristisch
bin ich nicht zu fassen‹. Die Verfahren des Volksgerichts Wien gegen
Richter und Staatsanwälte 1945–1955.
2004
Monika Neuhofer: "Ecrire un seul livre,
sans cesse renouvelé". Jorge Sempruns literarische Auseinandersetzung
mit Buchenwald.
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Elisabeth Kübler: Antisemitismusbekämpfung
als gesamteuropäische Herausforderung. Eine vergleichende Analyse der
Maßnahmen der OSZE und der EUMC.
Claudia Kuretsidis-Haider: Verbrechen an
ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern vor Gericht. Die Engerau-Prozesse
vor dem Hintergrund der justiziellen "Vergangenheitsbewältigung"
in Österreich (1945–1955).