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Der „Herbert-Steiner-Preis”

Der Herbert Steiner-Preis, benannt nach dem Mitbegründer und ersten Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, der auch Gründer und langjähriger Kassier (Schatzmeister) der ITH war, wurde am 16. September 2004 im Rahmen der Linzer Konferenz der ITH zum ersten Mal verliehen.
Der Preis wird vergeben für hervorragende Arbeiten in deutscher oder englischer Sprache zu den Themen
- Widerstand/Verfolgung/Exil in der Zeit des Faschismus und Nationalsozialismus
und
- Geschichte der Arbeiterbewegung.
Einreichungen, die die Rolle der Frauen in diesen sozialen und politischen Bewegungen berücksichtigen, sind besonders erwünscht.
Zweck des Preises ist es insbesondere, die publizistische Überarbeitung von wissenschaftlichen Manuskripten zu ermöglichen, um deren Veröffentlichung vorzubereiten.
Der Hauptpreis ist mit 5.000 Euro dotiert, für Förderpreise sind 2.500,- Euro vorgesehen.
Voraussetzungen:
Beurteilbares wissenschaftliches Manuskript (auch Diplomarbeiten oder Dissertationen)
Lebenslauf und ggf. Publikationsliste.
Präsident des Vereins "Herbert-Steiner-Preis" ist Wolfgang Neugebauer, wissenschaftlicher Leiter des DÖW. VizepräsidentInnen sind: Eric Hobsbawm (London), Susanne Miller (Bonn), Anna Żarnowska (Warschau).
Mitglieder der Jury sind:
Univ.-Doz. Dr. Brigitte Bailer ( Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes)
Univ.-Prof. Dr. Ingrid Bauer (Ludwig Boltzmann-Institut für Gesellschafts- und Kulturgeschichte, Salzburg; ab 2005)
Dr. Peter Huemer (Journalist und Historiker, Wien)
Univ.-Prof. Dr. Helmut Konrad (Institut für Geschichte, Abt. Zeitgeschichte, Universität Graz)
Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka (Institut für Politikwissenschaft, Universität Innsbruck)
Univ.-Prof. Dr. Peter Steinbach (Institut für Geschichte, Universität Karlsruhe)
Univ.-Prof. Dr. Alice Teichová (Univ. Cambridge / Univ. Wien)

 

Herbert-Steiner-Preise 2004 für Arbeiten über
— Jorge Semprun und das KZ Buchenwald
— Antisemitismus-Bekämpfung als europäische Herausforderung
— justizielle "Vergangenheitsbewältigung" in Österreich


An der erstmaligen Ausschreibung des Preises haben sich WissenschaftlerInnen aus Österreich und Deutschland beteiligt, 24 Publikationsvorhaben wurden eingereicht. In einem Dankschreiben an alle TeilnehmerInnen an der Ausschreibung hob die Jury die Qualität der vorgelegten Arbeiten hervor. Nach Durchsicht, Diskussion und Bewertung der Einreichungen wurden am 16. August 2004 die Preisträgerinnen des Herbert Steiner-Preises 2004 bekannt gegeben:

Herbert Steiner-Preis 2004:

Monika Neuhofer, "Ecrire un seul livre, sans cesse renouvelé". Jorge Sempruns literarische Auseinandersetzung mit Buchenwald.

Herbert Steiner-Förderpreise 2004:

Elisabeth Kübler, Antisemitismusbekämpfung als gesamteuropäische Herausforderung. Eine vergleichende Analyse der Maßnahmen der OSZE und der EUMC.
Claudia Kuretsidis-Haider, Verbrechen an ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern vor Gericht. Die Engerau-Prozesse vor dem Hintergrund der justiziellen "Vergangenheitsbewältigung" in Österreich (1945-1955).

Die Preisverleihung fand im Rahmen der Eröffnung der Linzer Konferenz 2004 am 16. September 2004, 19.00 Uhr, im AK-Bildungshaus Jägermayrhof, Römerstr. 98a, 4020 Linz, statt.