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International Conference of Labour and Social History (ITH)

Informationsfolder (PDF)

Was ist die ITH?
Die International Conference of Labour and Social History (ITH) ist ein internationales Netzwerk von Forschungsinstitutionen und HistorikerInnen, die sich mit der Geschichte der Arbeit, der ArbeiterInnen sowie der Arbeiterbewegungen und anderer sozialer Bewegungen befassen. Gegenwärtig gehören der ITH ca. 100 Mitgliedsorganisationen aus fünf Kontinenten an. Die ITH ist eines der weltweit wichtigsten Foren der Labour History.

Geschichte
Gegründet 1964 in Wien (Österreich), wurde die ITH vor allem durch die Organisierung der alljährlichen „Linzer Tagung“ bekannt. Diese fungierte ursprünglich in erster Linie als Plattform des Dialogs zwischen den „westlichen“ und „östlichen“ Wissenschaftsgemeinschaften von ArbeiterhistorikerInnen.

Die ITH heute: Transnationale und globale Perspektiven, inklusiver Forschungsansatz
Seit den 1990er Jahren hat sich die ITH neu positioniert: Arbeitergeschichte wird verstärkt als Teil der Sozialgeschichte, der transnationalen Geschichte und der Globalgeschichte diskutiert. Die Labour History entwickelt einen erweiterten Blick auf „Arbeit“, der nicht formalisierte Arbeit, Haus- und Pflegearbeit, sowie Zwangsformen der Arbeit mit einschließt. Zugleich fragt sie danach, wie „Klasse“ historisch mit anderen Dimensionen der Ungleichheit verknüpft war.

Auf dieser Grundlage konnte eine enge und dauerhafte Zusammenarbeit zwischen verschiedenen europäischen Partnerinstitutionen entwickelt und der inhaltliche Rahmen über Europa hinaus erweitert werden. Die ererbte Brückenfunktion der ITH zwischen „Ost“ und „West“ wurde um einen „Nord-Süd“-Wissenschaftsdialog erweitert, der die Impulse der neu entstehenden Arbeitergeschichte des Globalen Südens aufnimmt. Die ITH ist zu einer transnationalen Gemeinschaft von SozialhistorikerInnen mit dem Schwerpunkt Geschichte der Arbeit, Arbeitergeschichte und Geschichte sozialer Bewegungen geworden. Sie bevorzugt einen globalen und inklusiven Zugang zu dieser Geschichte und transnationale Forschungsgegenstände.

Der Tradition der Zusammenarbeit mit Organisationen der Arbeiterbewegung folgend, legt die ITH zugleich Wert auf die Vermittlung von Forschung außerhalb der akademischen
Forschergemeinde selbst. Eine dauerhafte und für die Kontinuität der ITH bedeutende Kooperation besteht insbesondere mit verschiedenen Arbeiterkammern in Österreich. Weitere wichtige Partnerinstitutionen sind das Institut für Wirtschafts- und Sozial-geschichte der Universität Wien, die Friedrich-Ebert-Stiftung (Bonn) und das International Institute of Social History (Amsterdam).

Hier finden Sie Diskussionsbeiträge zur strategischen Orientierung der ITH.

Aktiviäten der ITH
• Die ITH plant und organisiert jährlich internationale wissenschaftliche Konferenzen. Diese finden zumeist in Linz (Oberösterreich) statt. Dort ist die ITH Gast der Arbeiterkammer Oberösterreich. Internationale ReferentInnen sprechen zu den jährlich wechselnden Themen. Ergebnisse der Tagung werden zeitnahe publiziert. In den letzten Jahren gruppierte die ITH jeweils mehrere Konferenzen zu thematischen Zyklen: 2007-2009 lautete das Rahmenthema „Labour History beyond Borders / Grenzüberschreitende Arbeitergeschichte“. 2010-2012 beschäftigte sich ein neuer Zyklus mit „Labour and Social Movements as Agents of Social Development / Arbeiterbewegung und soziale Bewegungen als Triebkräfte gesellschaftlicher Entwicklung“. In den laufenden Konferenzen 2013-2015 stehen Arbeitsformen im Mittelpunkt, die in früheren Diskussionen kaum beachtet wurden, so zum Beispiel unfreie Arbeit und prekäre Arbeit oder gesellschaftliche Festlegungen von „Arbeit“ und „Nicht-Arbeit“. In den Konferenzen ab 2016 geht es um grenz- überschreitende Prozesse, Ereignisse und Entwicklungen, darunter Migration, Krieg, Revolution und globale Güterketten.

• Die ITH organisiert zwischen den regulären jährlichen Konferenzen wissenschaftliche Veranstaltungen in Kooperation mit anderen österreichischen oder internationalen Institutionen.

• Die ITH fungiert als ständiges weltweites Netzwerk im Bereich der Geschichte der Arbeit, der ArbeiterInnen und sozialer Bewegungen. Neben der Webseite werden regelmäßige
Newsletters veröffentlicht, welche über Neuigkeiten, Konferenzen und Vorhaben der Mitgliedsinstitute informieren.

• Die ITH fördert Forschung durch die Verleihung wissenschaftlicher Preise. Der René-Kuczynski-Preis wird vergeben für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte; in Zusammenarbeit mit dem Dokumentationsarchiv
des österreichischen Widerstandes (DÖW)
wird der Herbert-Steiner-Preis zur Förderung von WissenschafterInnen in den Bereichen NS-Verfolgung/antifaschistischer Widerstand/
Exil und Geschichte der Arbeiterbewegung verliehen.

Die Organe der ITH
Der ITH-Vorstand besteht aus der Präsidentin, den Vize-Präsidenten, Generalsekretär, Kassier sowie dem Kuratorium. Im internationalen wissenschaftlichen Beirat und Ehrenkomitee sind ForscherInnen von internationalem Rang vertreten.
Präsidium (Präsidentin, Vize-Präsidenten, Geschäftsführer, Kassier)
Statuten

Die Mitgliedschaft steht offen für:
Gegründet wurde die ITH als Organisation von Mitgliedsinstitutionen. Die Mitgliedschaft steht dabei allen Forschungseinrichtungen und Instituten offen, die einen Schwerpunkt auf Geschichte der Arbeit, der ArbeiterInnen und Geschichte sozialer Bewegungen legen. Der jährliche Mitgliedsbeitrag für Institutionen beträgt EUR 450,- bzw. EUR 210.- für Institutionen mit geringeren finanziellen Möglichkeiten.

Die institutionelle Mitgliedschaft in der ITH ermöglicht: vergünstigte Teilnahme an den Konferenzen der ITH; Mitentscheidung über Themen und Programm der ITH-Konferenzen; Teilnahme mit Stimmrecht an der Generalversammlung; kostenlosen Bezug des ITH-Tagungsbandes; aktive Teilnahme am globalen Netzwerk der ITH.

Auch Einzelpersonen können Mitglied der ITH werden: Mitgliedschaften sind entweder für 1 Jahr zu EUR 50.- oder für 3 Jahre zu EUR 150.- möglich. Die individuelle ITH-Mitgliedschaft steht auch KollegInnen mit geringeren finanziellen Möglichkeiten offen (Jahresmitgliedschaft; Betrag nach eigener Einschätzung). Einzelmitglieder ermöglicht die ITH-Mitgliedschaft: vergünstigte Teilnahme an den Konferenzen der ITH; vergünstigten Bezug der ITH-Tagungsbände; aktive Teilnahme am globalen Netzwerk der ITH, einschließlich Teilnahme an der Generalversammlung und Vorschlägen für alle Bereiche er Tätigkeit der ITH.

Nähere Informationen zur Mitgliedschaft: ith[a]doew.at

Dezember 2016